Veröffentlichungen

Die Vermögenslage der Koppehel‘schen Familienstiftung im 20. Jahrhundert

(zusammengestellt und vorgetragen beim Familientreffen am 28.4.2018 in Magdeburg von Susanne Kowar – gekürzte Fassung).

Die Frage, was mit dem Vermögen wirklich passiert ist, haben sich sicherlich schon viele Familienmitglieder gestellt und die Antworten und Vermutungen sind vielfältig. Auf meine Mailumfrage haben mir freundlicherweise einige Familienmitglieder ihre Unterlagen (Rundbriefe, Mitteilungshefte und private Korrespondenzen) zur Verfügung gestellt, anhand derer es mir gelungen ist, zumindest ein ungefähres Bild der finanziellen Lage von 1908 bis 1962 zu erarbeiten. Ungefähr, weil die Zusammenfassung große Zeitsprünge und Lücken aufweist. Dazu kommt, dass Briefe und Mitteilungshefte stark von der subjektiven Einstellung der Schreiber geprägt und viele Angaben sehr unpräzise sind. Trotz dieser Unvollkommenheit denke ich, dass mit der Zusammenfassung des mir bekannten Materials ein grober Überblick entstanden ist, der vielleicht durch Ergänzungen oder Korrekturen seitens der Familienmitglieder noch komplettiert werden kann. Für manches war das Mittteilungsblatt Nr. 2 des Familienverbandes, erschienen 1936, meine einzige Informationsquelle. Dazu möchte ich gleich zu Anfang die Begriffe „Familienstiftung“ und „Familienverband“ klar definieren. Die Familienstiftung und der Familienverband sind zwei verschiedene Dinge. Die heutige Familienstiftung des Georgius Koppehele, die 2010 reaktiviert wurde, legt Wert darauf zu bemerken, dass sie keine Nachfolgeorganisation des Familienverbandes ist. Der Familienverband wurde am 9. Mai 1935 gegründet und war ein eingetragener Verein mit einer eigenen Satzung. Um Mitglied in diesem Familienverband zu werden, musste man dem Verein aktiv beitreten und einen Mitgliedsbeitrag von RM 3,50 bezahlen. Wer sich nicht als Mitglied registrieren ließ, wurde nicht mehr zu Familientreffen eingeladen und hatte damit vermutlich auch keine Aussicht auf eine finanzielle Unterstützung. Der Familienverband war in seiner politischen Ausrichtung eindeutig den Nationalsozialisten zugeneigt. Nicht sehr erfreulich, aber es ist dennoch ein Teil der Stiftungsgeschichte, der nicht ignorieren werden sollte. Der Familienverband war noch bis 1962 in sehr kleinem Kreis aktiv. Eine Stiftung hingegen ist generell kein Verein, dem man beitreten kann. Eine Stiftung wird im Allgemeinen gegründet um ein ihr wichtiges Anliegen zu fördern. Im Fall unserer Familienstiftung hat man durch Familienzugehörigkeit, die nachzuweisen ist, ein Anrecht auf genau definierte finanzielle Leistungen der Stiftung – nach Maßgabe der vorhandenen Mittel. 1604 war die finanzielle Lage der Stiftung erfreulich. Es gab ein ansehnliches Vermögen und eine überschaubare Anzahl von Nachkommen. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich das Verhältnis im Laufe der Jahrhunderte umgekehrt hat. Da die Erträge ausbezahlt wurden, hatte das Stammvermögen kaum eine Chance sich zu vergrößern...

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Der folgende Beitrag spiegelt allein die Meinung / Mitteilung des Verfassers wider und nicht die Meinung der Stiftung. Er wurde auch nicht rechtlich geprüft.